Freimaurerei in Berlin

 

Berlin war und ist Hauptsitz vieler Organisationen, dies gilt auch für die deutsche Freimaurerei.

 

Die "Grosse Landesloge der Freimaurer von Deutschland" (GLLFVD), die Große National-Mutterloge "Zu den drei Weltkugeln" (GNML3WK), die Grossloge der "Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland" (GL A.F.u.A.M.v.D.) sowie das Dach der deutschen Grosslogen, die "Vereinigten Grosslogen von Deutschland" (VGLvD) - Bruderschaft der Freimaurer -, haben ihren Sitz in der deutschen Hauptstadt.

Direkt nebenan, im "Haus der Bruderschaft", Emser Straße 12 - 13, 10719 Berlin, hat die "Grosse Loge Royal York zur Freundschaft", deren Gründerlogen sich 1954 der GL A.F.u. A.M.v.D. angeschlossen haben ebenfalls ihren Sitz.

Hier ist auch unsere Bauhütte zuhause.

 

Unsere Loge ist eine Doppelloge bestehend aus zwei Johannislogen:

 

"Friedrich Wilhelm zur gekrönten Gerechtigkeit" und "Pythagoras zu flammenden Stern"

 

Diese Johannislogen arbeiten seit mehr als 215 Jahren in Berlin. Ihre Entwicklung ist naturgemäß eng mit der Geschichte der Grossen Loge Royal York zur Freundschaft verbunden.

Geschichte der Royal York und ihrer Tochterlogen in Berlin

Die Große Loge Royal York zur Freundschaft war bis zu ihrem Verbot durch die Nationalsozialisten 1935 eine der acht anerkannten Freimaurer-Grosslogen in Deutschland.

Kurz vor 1930 waren in ihr 112 Logen mit mehr als 11 000 Brüdern zusammengeschlossen.

 

Im Jahre 1798 wurde die Loge "Royale York de l'Amitié" die damals mehr als 800 Mitglieder zählte, in vier Stammlogen geteilt:

 

  • "Friedrich Wilhelm zur gekrönten Gerechtigkeit"
  • "Pythagoras zum flammenden Stern"
  • "Urania zur Unsterblichkeit"
  • "Zur siegenden Wahrheit".

 

Die Loge "Royal York de L'Amitié" blieb gleichwohl nunmehr unter dem deutschen Namen "Große Loge Royal York zur Freundschaft" bestehen und gab sich durch ihre vier neu gegründeten Tochterlogen, eine neue Satzung und betätigt sich seitdem als Aufsicht führende und die Arbeiten der Töchter fördernde Großloge.

 

 

 

 

Den vier Logen gehörte das von Andreas Schlüter erbaute Logenhaus  in der Dorotheenstraße (Berlin), dieses wurde während des Krieges 1944 vollständig zerstört.

In den Jahren der sogenannten "Dunkelheit" 1935-1945 blieben trotz aller Verbote viele Brüder in guter privater Verbindung miteinander. Nach Kriegsende versuchten diese die Bauhütten wieder aufzubauen.
Am 27. März 1946 gelang es - trotz der in Berlin herrschenden politischen Schwierigkeiten -, im amerikanischen Sektor der Stadt, die Großloge "Royal York genannt zur Freundschaft" und ihre vier Stammlogen, darunter unsere beiden Bauhütten, wieder neu zu konstituieren.

Für die Rechtslage unserer Logen hatte die amerikanische Besatzungsbehörde in der Person von Captain Dr. Biel die folgende Entscheidung getroffen:
"Die Logen sind keine religiösen Vereine, sind aber seit dem 18. Mai 1946 amtlich genehmigt. Eine Registrierung ist nicht erforderlich."

 

In unseren beiden Logen fanden sich etwa 60 Brüder aus der Zeit vor der Finsternis zusammen. Die ersten Zusammenkünfte, so auch das erste Johannisfest 1946, fanden behelfsmäßig in Räumen Berliner Lokale statt.

Ab 1947 konnten unsere Brüder ihre Arbeiten in dem von der "Großen National-Mutterloge zu den drei Weltkugeln" gepachteten Haus in Berlin-Steglitz, Ahornstraße, bzw. in dem zum Teil zerstörten Logenhaus der "Großen Landesloge der Freimaurer" (Freimaurer Orden) in Berlin-Schöneberg, Eisenacher Straße, durchführen.


Am 23. Januar 1950 fand ein Teilzusammenschluß der Berliner Brüder zweier Großlogen - Große Freimaurerloge "Zu den alten Pflichten" und Große Loge "Royal York zur Freundschaft" - in der "Vereinigten Großloge (in) Berlin" (VGLiB) statt. Beide Großlogen behielten ihre Selbständigkeit und Ritualfreiheit.

Haus der Bruderschaft, 1958

 

 

 

 

Seit 1953 arbeiten die Große Loge Royal zur Freundschaft und ihre Tochterlogen im "Haus der Bruderschaft" in der Emser Str. 12 - 13, das in den Jahren 1911 bis 1913 von der "Provinzial-Großloge von Hamburg in Berlin" gebaut wurde.

Emser Strasse 2013

 

  

Nach langen Verhandlungen erfolgte am 21. August 1954 der Zusammen-schluss - unter Wahrung ihrer Selbständigkeit und Ritualfreiheit - der Vereinigten Grossloge in Berlin mit der Vereinigten Grossloge von Deutschland, der heutigen Grossloge der Alten Freien und Angenommenen Maurer von Deutschland (A.F.u.A.M.v.D.), durch das "Brüderliche Übereinkommen" von Coburg. Damit sind unsere Logen nicht nur Tochterlogen der Großen Loge "Royal York zur Freundschaft", sondern gehören zugleich der Großloge A.F.u.A.M. von Deutschland an.

Im nächsten Jahrzehnt konnten die neu aufgenommenen Brüder nicht die Zahl der verstorbenen Brüder aus der Vorkriegszeit ausgleichen und die Mitgliederzahl sank. Aufgrund dieser in unserer Stadt allgemeinen Entwicklung beschlossen unsere beiden Bauhütten "Friedrich Wilhelm zur gekrönten Gerechtigkeit" und "Pythagoras zum flammenden Stern" nach kurzen Beratungen in einer gemeinsamen Mitgliederversammlung am 15. Oktober 1971 den Zusammenschluss, welcher mit Dekret der Großloge A.F.u.A.M. von Deutschland bestätigt wurde.

Seitdem existiert die Doppelloge "Friedrich Wilhelm / Pythagoras.


Durch gemeinsame Arbeit am rauhen Stein und reges Logenleben versuchen wir, die über 215-jährige Tradition unserer Loge und Grossloge fortzusetzen.

Quelle: Freimaurer-Wiki, John Lane "Masonic Records 1717-1894" Seite 156